Schlagwort-Archiv: GSW

Pest statt Cholera

Deutsche Wohnen statt GSW: Abgesehen davon, dass auch nach einer Milliardenübernahme noch viele dort wohnen, die entweder keinen deutschen Pass haben oder vielleicht doch, sich aber gar nicht als Deutsche verstehen, zeigt sich der Privatisierungsskandal mal wieder in Zahlen: Was 2004 für 504 Millionen aus öffentlichem Eigentum und politischer Verfügungsgewalt in Privathand überging, wird jetzt für 1,75 Milliarden gehandelt (1750 Millionen), so das Handelsblatt in einem lesenswerten, ausführlichen Artikel. Eine beachtliche Wertsteigerung, erzielt auf dem Rücken von etwa 58.000 Mieter*innen und ihren Mitbewohner*innen und Familienmitgliedern. Der Spandauer Mieterverein erwartet auf der Basis seiner Erfahrung mit der Deutsche Wohnen denn auch „Schlimmstes“.

Und das Mieterecho erinnert sich:

Viele dieser kommunalen Wohnungsbaugesellschaften sind unter Rot-Rot in Berlin verscheuert worden. Das begann etwa 2002. Das »Forum Demokratischer Sozialismus«, ein Zusammenschluß innerhalb der Linkspartei, hat das damals »progressive Entstaatlichung« genannt und positiv begleitet. Obwohl es viele ähnliche Fälle gab, muß man den Verkauf der GSW gesondert nennen. Der Verkauf war wirklich einmalig, denn es wurde ein absurd günstiger Preis ausgehandelt. Diese »Leistung« kann besonders Thilo Sarrazin (SPD), als damaliger Finanzsenator derStadt, für sich verbuchen. Mehr in der jungen Welt

Anlässlich der Jahrestagung der Immobilenwirtschaft

Neben der öffentlichen Aktion „Fang den Bus“ gab es auch mindestens eine Aktion mit direktem GSW-Bezug. In einer Erklärung zu Steinwürfen auf einen Mietpunkt der GSW in Berlin-Köpenick bei linksunten.indymedia.org heißt es:

… Mit unseren Aktionen schließen wir uns den Kämpfen von den Kiezinis, den Mieter_innen und Lehrstandsbesetzer_innen an, die sich wehren und bereit sind den Kampf gegen die Verschärfung der kapitalistischen Verhältnisse, gegen die Schere zwischen Armut und Reichtum, gegen die Vertreibung aus der Innenstadt, aus unseren Kiezen, aufzunehmen. Wir fordern keine sozialere Politik vom Senat oder sonst irgendeiner Regierung, für uns kann die Antwort auf die momentan stattfindende Verschärfung nur der Aufbau selbstorganisierter und solidarischer Strukturen und die Abschaffung des Kapitalismus sein. Viele Beispiele in Berlin zeigen, wie sich Mieter_innen gegen den Wucher der Modernisierung, der Mietsteigerung und den Loftbau organisieren. Die widerständige Arbeit trägt ihre Früchte, denn die Menschen lernen sich wieder kennen, sich streiten, diskutieren und sich in Aktionen zu organisieren, in den Häusern, in den Kiezen, an Nachmittagen zu Kaffee und Kuchen oder in den Gerichten zur Unterstützung. 

Bericht aus einer Bauausschusssitzung

Schimmel nach nicht versorgtem Wasserrohrbruch in entmietetem Seitenflügel

Schimmel nach nicht versorgtem Wasserrohrbruch in entmietetem Seitenflügel

Die GSW wurde 2004 für 405 Millionen Euro privatisiert. 2011 beim Börsengang haben sich die GSW-Investoren für die Ausgabe von GSW-Aktien rund 468 Millionen Euro geben lassen. Im Oktober 2011 kostete die Aktie rund 20 Euro, seit Januar 2012 zeigt der Aktientrend stetig nach oben, im Juni 2012 lag die Aktie bei über 27 Euro (Quelle: finanzen.net).

Lärmdemo

Gegen steigenden Mieten am Kotti & Co (ganz Berlin!)
Samstag 9, Juni / 16Uhr / Kotti-Protest-Gecekondu
Admiralstrasse 1 / Kottbusser Tor
Im Anschluß Tee trinken und Musik
Die Miete ist zu hoch!
Wir sind Kreuzberg – wir bleiben!
Bringt Kochtöpfe, Trillerpfeifen und was sonst noch alles Lärm macht mit. Bringt eure Nachbarn und Freund_innen mit. Wir wollen eine laute, bunte, starke, freudige, offene Demonstration unseres Kampfesmutes! Für ein Recht auf Stadt für alle!

Kotti & Co’da artan kiralara karşı (tüm Berlin’de!)
Cumartesi 9, Juni / saat 16 / Kotti-Protesto-Gecekondusu
Admiralstrasse 1 / Kottbusser Tor
Daha sonra Çay ve Müzik
Kira çok yüksek!
Kreuzberg biziz – kalıyoruz!
Tencere, düdük ve gürültü yapan ne varsa getirin. Komşularınızı ve arkadaşlarınızı getririn. Mücadelemizi gösteren sesli, renkli, neşeli ve açık bir eylem istiyoruz!
Herkese şehir hakkı için!

Kotti & Co
Die Mietergemeinschaft am Kottbusser Tor

GSW: Privatisierungsvertrag bei indymedia

Seit einigen Tagen ist der bisher geheime GSW-Privatisierungsvertrag von 2004 online zu finden. Das ist insofern interessant für uns, da wir von der Politik immer wieder darauf verwiesen werden, dass der Privatisierungsvertrag ihnen die Hände binde, uns aber bisher niemand sagen konnte oder durfte, was genau in diesem Vertrag steht.

Mietwohnen in Zeiten des Finanzmarktkapitalismus

Der Wohnungskonzern GSW steht zur versprochenen Dividende (nicht zu Mieterrechten, die auf alte Zusagen zurückgehen). Der Finanzchef: „Dividende von 90 Cent je Aktie gut machbar.“ Der Konzern profitiert im Schlussquartal von Mietpreiserhöhungen.

Kleine Anfragen zu noch mehr verschenkten Häusern

Bin bei der Suche nach der Anzahl ehemals landeseigener Häuser, welche ebenfalls an Wohnungsbaugesellschaften überlassen/verschenkt wurden, auf folgende Anfragen gestoßen. Leider hat noch niemand das Ganze ausgewertet, um den eindeutigen Zusammenhang zu unserer Sache hervorzuheben. Interessant sind die Dokumente aber in jedem Fall:
http://barbara-oesterheld.de/108.0.html
http://barbara-oesterheld.de/107.0.html
http://barbara-oesterheld.de/99.0.html
http://barbara-oesterheld.de/110.0.html
http://barbara-oesterheld.de/90.0.html
http://barbara-oesterheld.de/89.0.html