Wie alles losging

Die GSW ist eine der größten ehemals öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin. Seit 2004 ist sie privatisiert, gehört der Cerberus Capital Management, L.P., mit Sitz in New York City und einzig der Rendite ihrer Kapitaleigner verpflichtet.

Der Privatisierungsvertrag mit dem Land Berlin ist geheim. Die Bedingungen, zu denen privatisiert wurde, sind unklar. Die Heimlichtuerrei um den Privatisierungsvertrag folgt der gleichen Logik wie im Falle der Berliner Wasserbetriebe, wo der Streit um die Offenlegung der Privatisierungsverträge durch die Bürger, organisiert im Berliner Wassertisch, in einem Referendum gewonnen werden musste.

Seit 2010 ist die GSW eine Aktiengesellschaft, seit 2011 werden die Aktien an der Börse gehandelt. Anläßlich der Mietspiegelverkündung gab es eine kleine Demo vor dem GSW-Tempel, die Pressekonferenz der Stadtentwicklungssenatorin wurde von den Überflüssigen gesprengt, TonSteineScherben würden heute singen: „Nee, nee, nee, eher brennt die GSW“ und einige Leute besetzten tatsächlich ein leerstehendes Wohnhaus der GSW, die Schlesische Str. 25, das entmietet worden war und demnächst luxussaniert werden soll.

Die BesetzerInnen wurden gleich am Abend wieder aus dem Haus geprügelt, zogen dann aber noch mit mehreren Hundert FreundInnen und NachbarInnen um die Häuser und haben ganz Arbeit geleistet, was ihre Recherche angeht: Sie präsentieren einen Vertrag, aus dem hervorgeht, dass das Land Berlin bzw. der Bezirk Kreuzberg im Jahr 1993 der damals noch öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft GSW 23 (in Worten: dreiundzwanzig) Häuser geschenkt hat.

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