Anlässlich der Jahrestagung der Immobilenwirtschaft

Neben der öffentlichen Aktion „Fang den Bus“ gab es auch mindestens eine Aktion mit direktem GSW-Bezug. In einer Erklärung zu Steinwürfen auf einen Mietpunkt der GSW in Berlin-Köpenick bei linksunten.indymedia.org heißt es:

… Mit unseren Aktionen schließen wir uns den Kämpfen von den Kiezinis, den Mieter_innen und Lehrstandsbesetzer_innen an, die sich wehren und bereit sind den Kampf gegen die Verschärfung der kapitalistischen Verhältnisse, gegen die Schere zwischen Armut und Reichtum, gegen die Vertreibung aus der Innenstadt, aus unseren Kiezen, aufzunehmen. Wir fordern keine sozialere Politik vom Senat oder sonst irgendeiner Regierung, für uns kann die Antwort auf die momentan stattfindende Verschärfung nur der Aufbau selbstorganisierter und solidarischer Strukturen und die Abschaffung des Kapitalismus sein. Viele Beispiele in Berlin zeigen, wie sich Mieter_innen gegen den Wucher der Modernisierung, der Mietsteigerung und den Loftbau organisieren. Die widerständige Arbeit trägt ihre Früchte, denn die Menschen lernen sich wieder kennen, sich streiten, diskutieren und sich in Aktionen zu organisieren, in den Häusern, in den Kiezen, an Nachmittagen zu Kaffee und Kuchen oder in den Gerichten zur Unterstützung. 

Die skandalöse Politik der GSW ist nur ein herausragendes Beispiel im Sumpf der Berliner Gentrifizierungsprofiteur_innen. Wir haben sie als Ziel ausgewählt, weil sie einerseits ein Beispiel für die neoliberale Politik der Berliner Stadtpolitik ist. Beispielsweise sorgt der Berliner Senat durch Privatisierung und durch den Wegfall gewisser Regulierungsmechanismen für die Ausbeutung von Wohnraum ohne Rücksicht auf die Bewohner_innen, die in den Häusern leben. Anderseits nutzt die GSW und die dahinter stehenden Investor_innen Goldmann-Sachs und Ceberus nicht nur die „legalen“ Möglichkeiten, die für die Mieter_innen schlimm genug sind, sondern brechen regelmäßig die bei der Privatisierung getroffenen vertraglichen Vereinbarungen mit dem Senat, die die kapitalistische Verwertung in einem einigermaßen sozialen Maß halten soll. Dies ist besonders anschaulich am Beispiel der 23 Häuser, die der GSW 1993 vom Senat mit Auflagen geschenkt wurden. Die Tatsache, dass diese Häuser mittlerweile entgegen der Auflagen teils der Verrottung überlassen, teils entmietet und teuer verkauft wurden bzw. werden sollen, rückte nur durch die bisher vier stattgefundenen Leerstandsbesetzungen der verschenkten Häuser in die öffentliche Wahrnehmung. Weiterlesen

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