Gruß der GSW23 an die Besetzer_innen in der Bevern2

Das Fass ist schon seit langem voll in unseren Häusern. In der Bevernstr. 2 ist es jetzt übergelaufen. Die entmieteten und seit langem leerstehenden Wohnungen in dem Haus sind seit gestern besetzt – und das ist gut so. Denn die Zustände in der Bevernstr. 2 zeigen, wo es lang gehen soll mit unseren Häusern, den 23  verschenkten GSW-Häusern, aber auch jedem anderen Haus, in dem die Mieten heute noch nicht auf Profitmaximum getrimmt sind.

Wir, die GSW23, fordern schon seit einiger Zeit, z.B. im Mietenpolitischen Dossier: Leerstand belegen, Verwahrlosungsstrategie beenden, Schluss mit Räumungen nach „Berliner Linie“. Wenn Politiker und Politikerinnen uns nur immer wieder das Gefühl geben, uns hin halten zu wollen (zuletzt z.B. auf der Veranstaltung der Dossier-Initiative im Abgeordnetenhaus, dann müssen die Leute eben selbst etwas tun. Mit Recht haben sie jetzt die aktuelle Unverschämtheit der Immobilienverwerter zum Anlass genommen und den Leerstand beendet. Die Besetzer_innen schreiben:

„seit letzter woche hängt an der rückseite der bevernstraße 2 ein etwa 12m² großes transparent, mit dem unter dem slogan „living spree“ für den kauf von eigentumswohnungen „mit spreeblick“ geworben wird. auf immonet.com wird das modell der luxusmodernisierten bevernstraße 2 gezeigt: neben zwei-zimmer-wohnungen zum preis von 3200€ pro m², auch dachwohnungen und eine wohnung mit 4 zimmern, die vom seitenflügel ins vorderhaus geht, das es ja noch gar nicht gibt, und das es nach dem willen der verbliebenen mieter_innen auch nicht geben soll. gipfel der dreistigkeit aber ist, dass auf besagter webseite bereits das datum der fertigstellung des neubaus und der luxusmodernisierung der bevern 2 zum jahr 2013 angekündigt ist.“

Glückwunsch zur ersten überstandenen Nacht im belegten Leerstand. Weiter so. Zu Euren Vorstellungen schreibt Ihr:

  • für die renovierung der wohnungen ohne jede erhöhung des mietpreises.
  • für die renovierung der bevernstraße 2 und die rückgabe der entmieteten wohnungen an die vorherigen mieter_innen oder an menschen, die vom jobcenter aufgefordert wurden, sich eine billigere wohnung zu suchen.
  • gegen jegliche luxusmodernisierung!
  • gegen jeglichen vorderhausneubau!
  • das haus soll instandgesetzt werden und das heißt zuallererst: beseitigung des schimmels, von dem das ganze haus befallen ist.

Seid willkommen mit diesen Vorstellungen. Sie decken sich mit dem, was wir als Alt-Mieter_innen wollen. In fast allen Häusern, in denen wir (noch. wie lange noch?) wohnen, sieht es ganz ähnlich aus: Wir haben mehr oder weniger Leerstand um uns herum zu ertragen als Teil einer Entmietungs- und Verwahrlosungsstrategie – entweder durch dubiose „Entwicklungsgesellschaften“ wie im Falle der Bevernstr. 2 oder durch die GSW selbst, die mit den Häusern, die sie geschenkt bekommen hat, noch einmal extra verdienen will, indem sie sie besenrein, nein: mieterInnenfrei weiter verscherbelt…

Aber gemeinsam schaffen wir es uns selbst zu helfen, und gemeinsam macht das auch mehr Spaß als aus einem geisterhaft fast vollständig entmieteten Haus heraus. Daher laden auch wir ein zu den nächsten Programmpunkten:

Heute nachmittag um 16 Uhr gibts Konzert im Garten.

Später dann um 19 Uhr Nachbarschaftsversammlung mit Wohnungsbörse.

Eine Antwort zu “Gruß der GSW23 an die Besetzer_innen in der Bevern2

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